Selbstgekochte Marmelade ist etwas TOLLES

Gestern habe ich euch ja bereits berichtet, dass ich auf der Suche nach TOLLEN Gastgeschenken für meine Gastgeber in China war. Wie ich euch dort schon verraten habe, ist die selbstgekochte Marmelade direkt auf meine Geschenke-Liste gewandert. Da bietet sich ja aktuell auch sehr gut an, schließlich ist in Deutschland gerade Erdbeer- und Kirschsaison (wenn auch in den letzten Zügen). Frische Früchte sind für Marmelade selbstredend bestens geeignet. Aus diesem Grund, habe ich bereits am Donnerstag Marmelade gekocht, damit ich die Erdbeersaison nicht verpasse ;). Heute möchte ich euch berichten, wie die Idee in die Tat umgesetzt wurde.

Selbstgekochte Marmelade: die Vorbereitungen

Als erstes sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Marmelade man kochen möchte. Da sich frische Früchte am besten eignen, kommen Saisonfrüchte immer in die engere Wahl. Für mich war schnell klar, dass ich eine Erdbeermarmelade und eine Kirschmarmelade kochen möchte, denn das sind beliebte Sorten ind Deutschland, sie zählen auch zu meinen persönlichen Marmeladen-Favoriten. Sobald man weiß, welche Früchte man verwenden möchte, geht es an die Rezeptsuche. Natürlich lassen sich im Internet zahllose Rezeptideen finden. Meine Schwägerin hatte allerdings einen berechtigten Einwand: zu exotisch sollte es nicht sein, da viele Exoten-Sorten (etwa Weihnachtsmarmelade) entweder nur zu einem bestimmten Zeitpunkt, (Weihnachten eben) oder eben nicht unbedingt jedem schmecken (Zimt zum Beispiel mag nicht jeder). Also habe ich mich für ein ganz schlichtes Rezept für meine Erdbeermarmelade entschieden. Für die Kirschmarmelade habe ich mir allerdings kein traditionelles Rezept herausgesucht, aber ich denke es harmoniert sehr gut. Sobald das Rezept ausgesucht ist, geht es an den Einkauf.

Marmelade selber kochen: Einmachgläser kaufen und abkochen

Natürlich kann man fertige Marmelade nicht in Platikschüsseln aufbewahren. Deshalb sollte man nicht vergessen, Gläser zu besorgen. In vielen Haushalten, in denen regelmäßig Marmelade gekocht wird, werden solche Gläser wahrscheinlich bereits vorhanden sein. Ich hingegen musste welche kaufen. Es ist gar nicht schwer die richtigen Gläser zu finden. Die meisten großen Supermärkte haben eine kleine Auswahl an Einmachgläsern zu kleinen Preisen vorrätig. Beim Kauf habe ich darauf geachtet, dass die Gläser hitzeresistent sind, damit sie mir nicht zerspringen, wenn ich die heiße Marmelade einfülle. Zudem habe ich mich für die sogenannten Twist-Off-Gläser entschieden. Das sind die mit dem einfachen Schraubverschluss. Ich habe sechs kleine Gläser (Fassungsvermögen: 240 Milliliter) und zwei große Gläser (etwa 400 Milliliter Fassungsvermögen) gekauft, ich war mir nicht sicher, wie viele Gläser ich brauchen würde.

Damit die Marmelade später keinen Schaden nimmt, sollten die Gläser und auch die Deckel unbedingt abgekocht werden, um eventuelle Verunreinigungen zu beseitigen. Aus diesem Grund habe ich alle Deckel und Gläser mit Wasser in einen großen Topf gepackt und habe das Ganze für mindestens zehn Minuten kochen lassen. Zum sterilisieren sollte das wohl reichen…

Ohne Früchte keine selbstgekochte Marmelade: die Früchte-Beschaffung

Ich habe das Glück, relativ ländlich zu wohnen. Hier in der Umgebung gibt es zahlreiche Felder, auf denen unterschiedliche Dinge angepflanzt werden. Dazu zählen natürlich auch Erdbeeren. Auch Obstbaum-Plantagen haben wir hier in der Nähe, die Früchtebeschaffung sollte demnach ziemlich einfach sein. War es auch, zumindest teilweise. Denn die Erdbeersaison ist, wie gesagt, schon fas vorüber. Selber Erdbeeren pflücken war aus diesem Grund leider nicht mehr möglich, aber natürlich kann man immernoch in vielen Geschäften Erdbeeren kaufen. Auch Kirschen gibt es aktuell, zudem noch sehr günstig, denn wir sind mitten in der Kirschsaison. Ich hatte schon länger meine Fühler nach geeignetem Obst ausgestreckt, als meine Mutter mir den Rat gab, den Obststand eines bestimmten Stadtteils aufzusuchen. Zusammen mit meiner Schwägerin habe ich mich auf den Weg dorthin gemacht. Den Obststand haben wir nicht gefunden, dafür fanden wir uns auf einer Kirschplantage wieder. Am Nachmittag, als wir mit meinem Neffen wieder auf der Plantage waren, habe ich festgestellt, dass Kirschen pflücken eine TOLLE Beschäftigung ist. Auch wenn es gar nicht so leicht ist, an die leckeren, dunklen Früchte zu kommen. Nach einiger Zeit hatten wir eine ansehnliche Menge an Kirschen gepflückt. Eine weitere Überraschung: die Kirschen sind sehr, sehr günstig, wenn man sie selber pflückt. Zudem gab es noch einen Ratschlag der Verkäuferin: Erdbeeren zweiter Wahl eignen sich sehr gut für Marmelade, wenn man die Früchte pürieren möchte. Diese Erdbeeren sind in der Regel vom Vortag und haben teilweise kleine Druckstellen. Sofern die Früchte nicht bereits Fäulnis-Merkmale aufweisen, sind sie für Marmelade sehr gut geeignet. Ergebnis des Kirschplantagen-Besuchs: fast drei Kilo Früchte (Erdbeeren und Sauerkirschen) zu sehr guten Konditionen.

Es geht an das Eingemachte (höhö): Marmelade kochen

Die Früchte müssen sehr gut geputzt werden. Besonders bei Erdbeeren zweiter Wahl sollte man darauf achten, dass alle Druckstellen großzügig weggeschnitten werden. Denn die Frische der Früchte hat später Einfluss auf die Länge der Haltbarkeit. Zum Glück hat mir meine Schwester geholfen, das Obst zu putzen und zu schneiden, das hätte sonst recht lange dauern können. So ging es relativ schnell. Da ich Marmelade mit Fruchtstücken nicht so gerne mag, habe ich mich dazu entschieden, das gesamte Obst zu pürrieren, weswegen wir uns beim Schneiden des Obstes nicht so große Mühe geben mussten. Wichtig war nur, dass alle Druckstellen der Erdbeeren und Kerne der Kirschen sorgfältig entfernt wurden.

Erdbeeren und Kirschen habe ich getrennt voneinander püriert und dann gewogen (einfach die Schüssel wiegen, bevor die Früchte drin sind, um das Leergewicht zu haben und dann noch einmal, nachdem die pürierten Früchte darin sind, ersten Wert vom aktuellen Gewicht abziehen und schon weiß man, wieviel Fruchtpüree man hat). Das Wiegen der Fruchtmasse ist wichtig, da im entsprechenden Verhältnis der Gelierzucker abgemessen werden muss. Es gibt unterschiedliche Gelierzucker, die in einem Verhältnis von 1:1, 1:2, 1:3 oder in einem anderen Verhältnis beigegeben werden. Wer Marmelade kocht, sollte sich unbedingt an das auf der Packung angegebene Verhältnis halten, da die Marmelade sonst nicht so fest oder aber zu fest wird. Das pürieren von Kirschen ist nicht so einfach, da die Schale recht hartnäckig ist. Ich habe das Fruchtmuß abgesiebt, bevor ich die Kirschmarmelade gekocht habe, damit keine Stückchen in der Marmelade sind. Das Muß der Erdbeeren habe ich nicht abgesiebt, ich habe lediglich ein paar Zitronenzästen und etwas Zitronensaft hinzugegeben und das ganze mit dem Gelierzucker der Anleitung entsprechend gekocht. Dem Kirschmuß habe ich ebenfalls ein wenig Zitronensaft hinzugefügt (das soll die Haltbarkeit verlängern, habe ich gelesen) und etwa 60 Milliliter Amaretto.  Die Marmelade muss drei Minuten (je nach verwendetem Gelierzucker kann das variieren!) sprudelnd kochen und kann nach einer Gelierprobe  in die aufgewärmten Gläser abgefüllt werden. Die Gläser habe ich direkt verschlossen und auf dem Kopf in kaltes Wasser gestellt. Dort konnten sie etwa 15 Minuten abkühlen. Dann habe ich sie aus dem Wasserbad genommen und wieder auf richtig herum gestellt. So habe ich sie die ganze Nacht abkühlen lassen. Wie ihr seht, sind alle Gläser voll geworden, da bleibt uns also auch noch ein wenig Marmelade, wenn ich vier der Gläser als Gastgeschenke mit nach China nehme :).

Übrigens, Marmelade kochen ist nicht nur Spaß. Um euch das zu verdeutlichen, habe ich euch eine kleine Bilderserie angefertigt:

Die Marmelade ist wirklich sehr lecker, besonders die Kirschmarmelade mit Amaretto. Bei diesem Ergebnis lohnt sich auch der ganze Aufwand! Ich jedenfalls denke bereits über Brombeer- oder Holunderbeergelee nach, denn die Saison der beiden Früchte steht bald bevor ;). Ich kann nur sagen: Selbst Marmelade zu kochen macht Spaß (wenn man eine Spülhilfe einstellt ;) ) und ist allemal eine TOLLE Erfahrung!

 

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