Auch wenn sie gerne gegenteiliges behauptet, meine Schwester ist keine wirklich große Hilfe in der Küche. Das liegt nichtmal an mangelnden Fähigkeiten, sondern eher an Zeit- und Interessemangel. Sie arbeitet im Schichtdienst und ist daher tatsächlich zeitlich relativ eingeschränkt, oft isst sie auch gar nicht zu Hause, sondern auf der Arbeit.
Gelegentlich kommt es vor, dass die Männer auf der Schicht beschließen, dass sie mal wieder zusammen etwas essen könnten. Sie gehen dazu nicht in ein Restaurant, wozu auch?, haben sie doch eine voll ausgestattete Küche im Werk, die ihnen Tag und Nacht zur Verfügung steht. Zu solchen Anlässen planen sie alle zusammen das Menü und verteilen die Aufgaben (meine Schwester ist eine der beiden Frauen auf der Schicht). Heute soll wieder so ein gemeinsames, selbstgemachtes Essen stattfinden. Es soll Grillfleisch geben, dass aus Ermangelung eines Grills in der Pfanne zubereitet wird. Dazu soll ein Nudelsalat gereicht werden, den meine Schwester machen sollte. Ob ihre Kollegen wohl wussten worauf sie sich da einlassen? Denn einen traditionellen Nudelsalat hatte sie bis heute noch keinen gemacht.
Alles fing mit einer Einkaufsliste an. Was in den Salat reinkommen sollte, wusste meine Schwester zwar, aber sicher ist sicher: unsere Mutter sollte den Einkaufszettel schreiben. Todesmutig stürzte sich meine Schwester samstagsmorgens in das Getümmel der Einkaufswilligen, und das schon, bevor ich ans Aufstehen dachte! Unglaublich! Sie trudelte ein, als wir gerade den ersten Schluck Kaffee zu uns nahmen. Eine Sichtung der Einkäufe ergab schnell, dass der Einkauf erfolgreich war: alle Zutaten standen bereit. Doch nun ging es erst richtig los, denn wenn meine Schwester sich etwas vornimmt, dann richtig. Selbst die Mayonnaise, die ja in keinem anständigen Nudel- oder- Kartoffelsalat fehlen darf, hat sie nach unserer Anleitung selber gemacht. Das Ergebnis der Rührerei war eine einwandfreie Mayonnaise, das muss man ihr ersteinmal nachmachen, ein TOLLER erster Versuch! Dann ging es an das Kleinschneiden von den sauren Gurken (deren Einkauf sich aus mehreren Gründen als gar nicht so einfach erwies: 1. meine Schwester stellte fest, dass die Auswahl an sauren Gurken RIESIG ist und 2. ein Kollege bevorzugt kleine saure Gurken, ein anderer große saure Gurken und ein weiterer mag gar keine sauren Gurken), der Fleischwurst und den Eiern. Dass meine Schwester die Zutaten samt einer riesigen Schüssel, einem Schneidebrettchen und einem scharfen Messer ins Wohnzimmer schleppte, entlockte unserer Katze einen konsternierten Blick: das bekommt sie nur selten zu sehen. Sorgfältig schnitt mein Schwesterchen die Zutaten in mundgerechte Häppchen. Sie hatte ein wenig Sorge, dass sie es zeitlich nicht schaffen würde, wollten sie sich doch gegen halb zwei bereits auf dem Parkplatz treffen (als sie das erste mal ihre Sorgen äußerte war es etwa 11:30 Uhr und die meisten Zutaten waren bereits geschnibbelt). Besonders viel Mühe hat sie sich beim Würzen und Abschmecken des Salates gemacht und auch weitere Meinungen bezüglich des Geschmacks eingeholt. Schließlich sollte der Nudelsalat auch gut schmecken!
Fakt ist, sie hat sich sehr große Mühe gegeben, der Salat ist mit Liebe gemacht worden! Die Geschmacksproben scheinen auch vielversprechend gewesen zu sein, wie jeder Salat dieser Art musste er allerdings noch ein wenig ziehen. Ich bin davon überzeugt, dass die Leutchen auf der Schicht heute ein schmackofatziges Abendessen genießen werden!
Meiner Schwester bei ihren Bemühungen zu zusehen war jedenfalls ein TOLLER Start in den Tag!

) habe ich gewisse Eigenarten entwickelt. Manchmal überzeugen mich hier im Forum die Rezensionen so sehr, dass solche Bücher direkt auf meine Wunschliste wandern (es gibt noch viele weitere Wege…). Anhand dieser Liste durchstöbere ich die Buchhandlungen. Oft habe ich zum Zeitpunkt des Buchkaufs schon lange vergessen, warum ein Buch eigentlich auf die Liste gewandert ist, aber es muss mir gefallen haben, denn ich habe es ja aufgeschrieben… Vielleicht lese ich dann noch den Klappentext (eher selten), nehme aber prinzipiell alles mit, was so auf meiner Liste steht. Zu Hause wandern die Bücher dann erstmal ins Regal (denn ich lese nacheinander und fast immer chronologisch nach Kaufdatum). Es kann also schonmal eine ganze Weile vergehen, bis ich ein Buch nach dem Kauf lese. Aber, um mich nicht zu spoilern und mich ganz auf die Geschichte einlassen zu können, lese ich vor dem Beginn der Lektüre auch den Klappentext nicht mehr (es kann also vorkommen, dass ich Bücher lese, deren Klappentext ich bis zur Lektüre, und auch bis heute nicht gelesen habe). Zu oft verraten schlechte Klappentexte schon zu viel von der Geschichte… Da mir „Der Schatten des Windes“ so wärmstens empfohlen wurde, und es so zufällig wie für mich bereit lag, habe ich es also einfach blind gekauft.
ein Mäuschen für Fermin, so dass die finale Bewertung lautet: 


